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Auf diesem Weblog wurden relevante Meldungen, Statements und Meinungen rund um den Erörterungstermin vom 10.-16.12.2013 veröffentlicht.

Unter http://twitter.com/kohleprotest (@kohleprotest) gibt weitere Informationen. Der Hashtag für den Erörterungstermin lautet #EÖTWelzow

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Hannelore Wodtke: Belastung am Tagebaurand ist unerträglich!

wodtke-2887Mein Name ist Hannelore Wodtke, Mitglied des Bürgerbeirates Randbetroffenheit und der Bürgerinitiative vermutete Bergschäden in Welzow. Ich bin Randbetroffene des derzeitigen aktiven Tagebaues Welzow-Süd I. Mein Grundstück ist ca. 250m von der Tagebaukante entfernt.

Eine Bemerkung zu Beginn: In einem gestrigen Gespräch mit Wolfgang Renner, während dieser Veranstaltung hier, sagte u.a. zu mir: Denke daran, Du bist hier um die Welt zu retten. Was mir am Anfang ziemlich überheblich erschien kehrte sich dann bald ins Gegenteil um. Recht hat er, denn wenn nicht wir- wer dann, und wenn nicht hier - wo dann. Welzow und Proschim sind zwar klein, aber immerhin ein Zähnchen im Getriebe des großen Ganzen.

Danke Wolfgang

Ich möchte nun an dieser Stelle ein paar Sätze über die Staub- und Lärmbelastung an der Tagebaukante verlieren.

Bei der Gewinnung von Braunkohle in Tagebaue werden Abraum- und Kohleflächen freigelegt. In Abhängigkeit von der Witterung kommt es dabei zu mehr oder weniger Staubimmissionen - eher mehr. Dabei geht die größte Gefahr nicht vom Grobstaub aus sondern es sind die Fein- bzw. Schwebstäube die sich in Lungen und Bronchien festsetzen, hier zu Entzündungen ja sogar zu Krebs führen können.

Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich spreche. Ich habe vor etwas längerer Zeit an der Medizinischen Fachschule Cottbus den Beruf einer MTA erlernt und anschließend in der Strahlentherapie im damaligen Bezirkskrankenhaus Cottbus gearbeitet. Schon damals wurden über Krebserkrankungen Statistiken erstellt aus denen hervorging, daß ca. 80% der Bronchialkarzinomerkrankungen und Hautkrebse aus der Gegend um Tagebaue-Kraftwerke-und Kohleveredlungsfabriken hervorgingen. Daran hat sich bis heute wenig geändert, denn Kohlestaub bleibt nun mal Kohlestaub. Feinstäube, die sogenannten Nanopartikelchen sind für den Menschen eine tödliche Gefahr. Nicht wirklich sichtbar sind diese Staubpartikelchen kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares.

Feinstaub entsteht durch Aufwirbelungen, wobei die Hauptquellen in den Tagebauen die Bandsammelpunkte, die Kohleförderwege sowie der Verkehr im Tagebau selbst sind. Aktuelle Studien belegen, je näher der Wohnort an der Feinstaubquelle liegt, umso größer das Risiko an Atemwegserkrankungen und Hautallergien zu erkranken. Besonders gefährlich ist dieser Feinstaub aber für die Bergleute, die diesen ständig inhalieren müssen. Bei ihnen kann es im Laufe der Jahre zu einer sogenannten schwarzen Lunge führen, sie werden kurzatmig und können auch an der Lungenkrankheit COPD erkranken was man ja selbst seinem ärgsten Feind nicht wünscht.
Staubimmissionen können nur reduziert und vermieden werden, wenn bergbaulich genutze Flächen reduziert und vermieden werden.

Bei dem derzeitig aktiven Tagebau am östlichen Welzower Stadtrand, kann aber nur von einer Reduzierung der Staubentwicklung gesprochen werden. Was wir aber können, ist eine Vermeidung des Tagebaues Welzow-Süd II. Am vergangenen Wochenende kam es in Provinzen im östlichen Teil von China zu einer extremen Smogentwicklung aus Kohlekraftwerken und Kohleheizungen. Hunderte Menschen mußten in Krankenhäuser eingeliefert und wegen akkuter Atemwegserkrankungen behandelt werden. Das beweist doch, wie gesundheitsschädlich die Verbrennung von Braunkohle ist. China ist nicht soweit und gleiches kann auch hier in Deutschland jeden Tag passieren, denn auch hier steht das Profitdenken über dem Menschenleben. Aber damit ist es noch nicht genug an Belastungen. Was hinzukommt ist die zweitgrößte Gesundheitsgefahr für Herz- und Kreislauferkrankungen, nämlich der Lärm. Studien beweisen, Lärm macht krank, besonders wenn dadurch laufend die Nachtruhe gestört wird.

So geschehen im vergangenen Frühjahr und Sommer. Nachdem im Frühjahr der Brückenbetrieb in den Welzower Bereich einschwenkte, war es z. B. bei einer Außentemperatur von über 30 Grad nicht mehr möglich bei geöffneten Fenstern zu schlafen. Selbst bei geschlossenen Fenstern konnte ich noch Werte von über 60dB feststellen. Dabei gibt es eine TA Lärm die vorschreibt, daß nachts in Wohngebieten nicht mehr als 40dB erlaubt sind. Doch leider war es so, daß Vattenfall unsere privaten Messungen herunterspielte ja sogar abstritt. Nach Meinung von Vattenfall sowie des Landesbergamtes, wo sich unsere Beschwerden häuften, hieß es, daß alle Meßwerte egal ob Lärm oder Staub, unterhalb des Normbereiches liegen. Daraus müssen wir schließen, Welzow ist ein Luftkurort - wie schön. Doch warum will keiner herziehen?

Mein Appell richtet sich jetzt vor allem an diejenigen, die behaupten, daß das Lärmen der Bänder und Bagger wie Musik in den Ohren klingt. Ziehen sie doch zu uns nach Welzow, Platz ist genügend vorhanden. Vor allem Mitarbeiter von Vattenfall, Sie haben dann sogar ihren Arbeitsplatz direkt vor der Haustür, das ist doch Luxus pur.

Um die Gesundheit der Menschen nicht noch zusätzlich zu beeinträchtigen und zur Erreichung der Klimaschutzziele fordere ich hiermit nochmals die Ablehnung eines Tagebaues Welzow-Süd II.

Mit einem Sprichwort möchte ich meinen Redebeitrag beenden.

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß verpestet und der letzte Fisch verspeist ist - werdet ihr erkennen, daß man Geld nicht essen kann!