ig-slider1.jpgig-slider4.jpgig-slider5.jpgig-slider3.jpgig-slider2.jpg

Cottbuser Ostsee: Folgeschäden des Tagebaues nicht dem Steuerzahler überhelfen! Jahrzehntelange Risiken der Tagebauflutung für Trinkwasser, Spreewald und See-Umland

Anlässlich der am 1. November beginnenden Erörterung zur Flutung des Tagebaues Cottbus-Nord als „Cottbuser See“ verweisen Anwohner, Umweltverbände und Wasserexperten auf die enormen langfristigen Risiken des Sees und fordern eine langfristige Haftung des Tagebaubetreibers LEAG für alle Folgeschäden.

„Der Tagebausee wird die bergbaubedingte Versalzung der Spree mit Sulfat weiter erhöhen. Die Trinkwasserqualität für zwei Millionen Wasserkunden in Berlin und Brandenburg ist dadurch zunehmend bedroht. Der Antrag der LEAG liefert keine Lösung des Problems. Hier müssen die Behörden mit Auflagen und Grenzwerten tätig werden.“ sagt Michael Bender von der Berliner Bundeskontaktstelle Wasser des Umweltverbandes GRÜNE LIGA.

„Eisenhaltige Grundwasserströme aus der Tagebaukippe gefährden auch den Spreewald als wichtigstes Natur- und Tourismusgebiet der Region. Das Land muss deshalb mit scharfen Auflagen die jahrzehntelange Beobachtung und eventuelle Gegenmaßnahmen sicherstellen. Der Steuerzahler darf weder jetzt noch später das Risiko tragen. Das wäre nichts anderes als ein Geschenk der Landesregierung an tschechische Oligarchen.“ sagt Winfried Böhmer vom Aktionsbündnis Klare Spree.

Dorffest für die Erhaltung von Atterwasch am 31. Oktober

Unter dem Motto „Reformation jetzt“ feiert das vom Braunkohle-Tagebau bedrohte Atterwasch (Landkreis Spree-Neiße) am Reformationstag, 31. Oktober 2016, wieder sein Dorffest. Das einladende Bündnis für Heimat und Zukunft in Brandenburg bezieht sich dabei auf die These des Wirtschaftswissenschaftlers Christian von Hirschhausen, die Energiewende sei die Reformation des 21. Jahrhunderts, und fordert „eine grundlegende Erneuerung der brandenburgischen Energiepolitik, die die Zerstörung weiterer Dörfer, Äcker, Wiesen und Wälder verbindlich ausschließt“.

Schafsnase in Proschim gepflanzt - Tagebaubetroffene aus Rheinland und Lausitz tauschen Apfelbäume

apfelbaum-welzow-9277774Am Dienstagmittag wurde im vom Braunkohletagebau bedrohten Dorf Proschim ein Apfelbaum gepflanzt, den Vertreter aus der Lausitz vom bundesweiten Treffen "Zukunft statt Braunkohle" aus dem rheinischen Braunkohlenrevier mitgebracht hatten. Bereits am Sonntag pflanzten Lausitzer Bergbaubetroffene und die Umweltgruppe Cottbus im vom Tagebau Garzweiler bedrohten Ort Kuckum die Apfelsorte "Gubener Warraschke". Im Austausch brachten sie eine "Rheinische Schafsnase" mit in die Lausitz.

"Der Gedanke von Luther liegt in der Luft", sagte Hannelore Wodtke von der Grünen Zukunft Welzow andächtig. "Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen" soll der Reformator vor etwa 500 Jahren gesagt haben "Ein Baum steht für das Leben und für die Hoffnung. Und so verwundert es nicht, dass Luther als unbeugsame Kämpfernatur ein Apfelbäumchen pflanzen wollte - einer möglichen Sintflut zum Trotz", sagte Wodtke. Der Welzower Pfarrer Hans-Christoph Schütt sprach anschließend ein Gebet für den neuen Baum.

Tagebaubetroffene aus Rheinland und Lausitz tauschen Apfelbäume – Pflanzung in Proschim

erkelenz 6626Am Dienstag, 27. September um 12:00 Uhr wird im vom Braunkohletagebau bedrohten Dorf Proschim öffentlich ein Apfelbaum gepflanzt, den Vertreter aus der Lausitz vom bundesweiten Treffen „Zukunft statt Braunkohle“ aus dem rheinischen Braunkohlenrevier mitgebracht haben. Bereits seit Sonntag steht ein Baum aus der Lausitz in im bedrohten rheinischen Dorf Kuckum.

Der Apfelbaum stammt der Obstwiese des BUND Nordrhein-Westfalen im Abbaugebiet des Tagebaues Garzweiler. Die Obstwiese war zugunsten des dortigen Tagebaubetreibers RWE enteignet und zerstört worden. Später stellte das Bundesverfassungsgericht klar, dass diese Enteignung grundgesetzwidrig war. Von den rechtzeitig vor der Zerstörung geschnittenen Edelreisern wurden seitdem die „Garzweiler Zukunftsbäume“ an vielen Orten im rheinischen Revier gepflanzt.

Deutschlandweites Bündnis fordert unverzügliche Entscheidung zum Kohleausstieg und „Zukunftspakt” für einen gerechten Strukturwandel

erkelenz 6476Verbände und Betroffene aus allen Braunkohle-Regionen appellieren an die Bundesregierung, den Abschied von der Kohleverstromung unverzüglich einzuleiten. In ihrem „Erkelenzer Appell” fordern 50 Organisationen, Kirchen und Bürgerinitiativen den Großteil der Braunkohle im Boden zu lassen, da die Pariser Klimaziele sonst verfehlt würden.

Das Bündnis kritisierte scharf, dass Bundeswirtschaftsminister Gabriel Aussagen zum Kohleausstieg aus dem Klimaschutzplan 2050 entschärft und gestrichen hatte. „Ein Klimaschutzplan ohne Kohleausstieg verdient seinen Namen nicht. Sigmar Gabriel muss zu seinem Wort stehen und noch in diesem Jahr den Ausstieg aus der Kohle einleiten. Die Paris-Ziele geben den Pfad vor”, forderte Dirk Jansen, Geschäftsführer des BUND Nordrhein-Westfalen. Bis spätestens 2025 müsse die Hälfte der Kohlekraftwerksleistung vom Netz gehen. Neue Braunkohlekraftwerke wie RWE im nordrhein-westfälischen Bergheim-Niederaußem plant, seien Phantastereien der Kohle-Lobby, die nicht mehr genehmigt werden dürften.

Video: Die Lausitz diskutiert: Was kommt nach dem Kraftwerk?

BUND Brandenburg zum Gutachten "Strukturwandel in der Lausitz"

Zum am Dienstag veröffentlichten Gutachten der BTU Cottbus-Senftenberg zum Strukturwandel in der Lausitz [1], welches im Auftrag des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums erstellt wurde, erklärt Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg:

"Das Gutachten kommt zu einigen überraschenden Schlüssen bezüglich der Zukunft der Lausitz - überraschend deswegen, weil sie vom brandenburgischen Wirtschaftsministerium veröffentlicht wurden. Zwar hat sich Minister Gerber in seiner Pressemitteilung redliche Mühe gegeben, alle Punkte, die von der bisherigen Regierungslinie abweichen, unter den Tisch fallen zu lassen. Wenn man jedoch nachliest, werden der Landesregierung einige deutliche Empfehlungen mitgegeben oder sogar harsche Kritik am bisherigen Vorgehen geäußert."

So wird beispielsweise geraten "angesichts der beträchtlichen und schwer kalkulierbaren ökonomischen und politischen Risiken [der Braunkohle, Anm. BUND Brandenburg] [...] den Strukturwandel proaktiv zu bearbeiten, also nicht zu warten, bis weitere Strukturbrüche eintreten". (S. 4) Das Predigen der langfristigen Notwendigkeit der Braunkohleverstromung, wie es die Landesregierung praktiziert, fällt ganz sicher nicht unter diese Empfehlung.

Jubiläum „150 Jahre Bergbau“: Welzower Braunkohlekritiker präsentieren „Fluch oder Segen“ - Ausstellung

www.ideengruen.de | markus pichlmaierBraunkohlekritiker aus Welzow eröffneten am Mittwochabend im Proschimer Kulturhaus eine Ausstellung, die sich mit dem Braunkohlebergbau in der Region befasst. Unter dem Titel „Fluch oder Segen: Erinnerung an 150 Jahre Kohle in Welzow – Ein Blick hinter die Kulissen“ wird auf 20 Tafeln der 150 Jährige Bergbau kritisch begleitet. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. September im Kulturhaus zu besichtigen.

Zu der Eröffnungsveranstaltung kamen über 50 Gäste, darunter der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Christian von Hirschhausen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, die Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky (Bündnis 90/Die Grünen), der Kreischef der Grünen Spree-Neiße Wolfgang Renner und der BUND-Geschäftsführer Axel Kruschat. Die Ausstellung war eine Idee des kürzlich verstorbenen Proschimer Urgesteins Johannes Kapelle, die nun von seinen Vertrauten und Mitstreitern fertig gestellt wurde, teilte Hannelore Wodtke mit. Kapelle wollte den öffentlichen Feierlichkeiten der Stadt Welzow zum Jubiläum des Braunkohleabbaus eine kritische Sichtweise entgegensetzen. Seine Enkelin Darena Kapelle eröffnete feierlich die Ausstellung und kündigte an, die Arbeit ihres Großvaters weiterzuführen. Eine sinnlose Abbaggerung von Proschim darf es nicht geben, forderte die Studentin.

Forum: Wie geht’s weiter ohne Braunkohle?

Bundesweites Bündnistreffen gegen Braunkohle in Erkelenz (Rheinland)

ZstB Forum ProgrammAm kommenden Wochenende (Samstag, 24. September 2016, 14:00 Uhr bis 19:00) werden Braunkohlekritiker aus ganz Deutschland auf einem Bündnistreffen in Erkelenz (Rheinland) eine Erklärung verabschieden, in der sie die Bundesregierung auffordern, einen gesamtgesellschaftlichen Konsens für einen Ausstieg aus der Braunkohle unverzüglich anzustoßen und noch in dieser Legislaturperiode zu beschließen.

Auf dem Bündnistreffen und Forum “Wie geht’s weiter ohne Braunkohle” treffen sich Vertreter  von mehr als 120 kirchlichen Gruppen, Entwicklungsorganisationen, Umweltverbänden, Bürgerinitiativen, Gewerkschaften,  Verbraucherschutzorganisationen und Wirtschaftsverbänden. Anlass ist das 10-jährige Bestehen des Aktionsbündnisses  „Zukunft statt Braunkohle“.

Proteste vor Brandenburger Energietag: Kohleplanung Jänschwalde-Nord einstampfen

160919 energietagVor den Türen des heute in Cottbus stattfindenden „Brandenburger Energietages“ protestieren Bewohner bedrohter Dörfer zum wiederholten Mal mit dem Banner „Schluss mit den Ausreden: Tagebau Jänschwalde-Nord stoppen!“ gegen die Energiepolitik der Brandenburgischen Landesregierung.

„Auch der Verkauf an EPH ändert nichts daran, dass kein Investor ein Neubaukraftwerk in Jänschwalde errichten will. Die Begründung für die Abbaggerung von Grabko, Kerkwitz und Atterwasch ist seit Jahren weggefallen, das Planverfahren läuft dennoch immer weiter.“ sagt René Schuster, Braunkohle-Experte der GRÜNE LIGA.