Ordnungswidrigkeit vs. Straftat Der Unterschied
Der klare unterschied zwischen ordnungswidrigkeit und straftat im German Rechtssystem. Expertenwissen zu Definitionen, Konsequenzen und Verfahren.
Unterschied zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat Büro
Im Alltag, ob im Büro oder auf der Straße, begegnen uns ständig Regeln und Vorschriften. Wer diese verletzt, läuft Gefahr, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Oftmals fällt im German Rechtssystem der Begriff “Verstoß”, doch rechtlich muss klar unterschieden werden, ob es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat handelt. Die Unterscheidung ist fundamental, denn sie betrifft nicht nur die Schwere der Tat und die drohenden Konsequenzen, sondern auch das gesamte Verfahren, die zuständigen Behörden und die Art der Sanktion. Als jemand, der sich intensiv mit rechtlichen Strukturen beschäftigt hat, weiß ich, dass diese Differenzierung für Laien oft unklar ist, aber für die korrekte Einschätzung einer Situation von größter Bedeutung ist. Die Verwechslung kann zu Fehleinschätzungen der eigenen rechtlichen Lage führen. Mein Ziel in diesem Artikel ist es, den unterschied zwischen ordnungswidrigkeit und straftat klar und verständlich darzulegen, basierend auf Expertise und Autorität im Umgang mit dem deutschen Recht.
Key Takeaways
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Rechtsgutverletzung: Eine Straftat verletzt ein höherwertiges Rechtsgut (z.B. Leben, Gesundheit, Eigentum), während eine Ordnungswidrigkeit primär die öffentliche Ordnung beeinträchtigt.
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Ahndung: Straftaten werden mit Strafen (Geldstrafe, Freiheitsstrafe) geahndet, Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeldern.
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Zuständigkeit: Bei Straftaten ermittelt die Staatsanwaltschaft, bei Ordnungswidrigkeiten meist Verwaltungsbehörden (z.B. Polizei, Ordnungsamt).
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Gesetzliche Grundlage: Straftaten sind im Strafgesetzbuch ($\text{StGB}$) geregelt, Ordnungswidrigkeiten im Gesetz über Ordnungswidrigkeiten ($\text{OWiG}$) und in Spezialgesetzen.
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Führungszeugnis: Nur rechtskräftige Verurteilungen wegen Straftaten können in das polizeiliche Führungszeugnis eingetragen werden, Bußgelder in der Regel nicht (Ausnahme: Eintrag im Fahreignungsregister).
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Verfahren: Das Verfahren bei Straftaten ist ein Strafverfahren vor Gericht; bei Ordnungswidrigkeiten ein Bußgeldverfahren.
Overview
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Der unterschied zwischen ordnungswidrigkeit und straftat liegt in der Intensität des Unrechtsgehalts.
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Fahrlässigkeit kann bei beiden Formen der Rechtsverletzung vorliegen, ist aber bei Straftaten oft schärfer sanktioniert.
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Typische Ordnungswidrigkeiten sind Falschparken, zu schnelles Fahren oder Lärmbelästigung.
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Typische Straftaten sind Diebstahl, Körperverletzung oder Betrug.
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Die höchste Sanktion bei einer Ordnungswidrigkeit ist das Bußgeld; bei einer Straftat ist es die Freiheitsstrafe.
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Die Verjährungsfristen sind bei Straftaten deutlich länger als bei Ordnungswidrigkeiten.
Der unterschied zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat in der gesetzlichen Definition
Der fundamentalste unterschied zwischen ordnungswidrigkeit und straftat findet sich in den jeweiligen Gesetzen und in der Schwere des Unrechtsgehalts.
Die Straftat: Definiert im Strafgesetzbuch ($\text{StGB}$), stellt eine Verletzung von Rechtsgütern dar, die die Gesellschaft als besonders schützenswert ansieht. Dazu gehören elementare Güter wie Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit oder Eigentum. Die Begehung einer Straftat impliziert ein hohes Maß an Schuld und eine erhebliche Schädigung der öffentlichen Ordnung.
Die Ordnungswidrigkeit: Geregelt im Gesetz über Ordnungswidrigkeiten ($\text{OWiG}$) und vielen Spezialgesetzen (z.B. Straßenverkehrsgesetz, Gewerbeordnung), verletzt zwar ebenfalls eine Rechtsnorm, beeinträchtigt aber “nur” die öffentliche Ordnung und das reibungslose Zusammenleben. Das Unrecht ist im Vergleich zur Straftat geringer. Es geht primär um die Einhaltung von Regeln, die den Alltag organisieren.
Ein klassisches Beispiel zur Verdeutlichung des unterschied zwischen ordnungswidrigkeit und straftat ist die Situation im Verkehr: Wer im Halteverbot parkt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wer jedoch vorsätzlich einen Unfall verursacht, der zu einer schweren Körperverletzung führt, begeht eine Straftat. Die Intensität der Rechtsgutsverletzung ist der entscheidende Gradmesser.

Die Art der Sanktion und die Konsequenzen
Die Konsequenzen sind der wohl sichtbarste unterschied zwischen ordnungswidrigkeit und straftat für den Betroffenen.
Sanktion bei Ordnungswidrigkeiten: Hier wird ein Bußgeld verhängt. Die Höhe kann je nach Verstoß variieren, wird aber im Gesetz über Ordnungswidrigkeiten oder den zugehörigen Bußgeldkatalogen festgelegt. Hinzu kommen können Nebenfolgen wie Punkte im Fahreignungsregister oder ein Fahrverbot (bei Verkehrsverstößen). Die Sanktion dient der reinen Ahndung und Prävention.
Sanktion bei Straftaten: Hier drohen Strafen. Dies können Geldstrafen sein, die in Tagessätzen bemessen werden, oder – bei schwerwiegenden Delikten – eine Freiheitsstrafe. Die Strafe zielt nicht nur auf die Ahndung, sondern auch auf die Sühne und die Resozialisierung des Täters ab.
Ein weiterer entscheidender Punkt, der oft im beruflichen Kontext (etwa bei Bewerbungen im Büro) relevant wird, ist die Eintragung: Ein Bußgeldverfahren führt in der Regel nicht zu einem Eintrag im Führungszeugnis, während eine Verurteilung wegen einer Straftat unter bestimmten Voraussetzungen eingetragen wird und somit weitreichende berufliche und soziale Folgen haben kann.
Das Verfahren und die Zuständigkeiten: Der unterschied zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat
Die Verfahrensweisen bei den beiden Rechtsverletzungen sind grundverschieden und spiegeln die unterschiedliche Schwere wider.
Das Bußgeldverfahren (Ordnungswidrigkeit): Die Ermittlung und Ahndung erfolgt in erster Linie durch die Verwaltungsbehörden (z.B. Straßenverkehrsbehörden, Ordnungsämter). Der Prozess beginnt oft mit einer Verwarnung oder einem Bußgeldbescheid. Wird gegen diesen Bescheid Einspruch eingelegt, entscheidet das Gericht (Amtsgericht). Es ist ein vereinfachtes Verfahren.
Das Strafverfahren (Straftat): Hier ist die Staatsanwaltschaft die Herrin des Verfahrens. Die Polizei ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Bei hinreichendem Tatverdacht erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage oder beantragt einen Strafbefehl, und es kommt zu einer Hauptverhandlung vor einem German Gericht (Amtsgericht, Landgericht). Das Verfahren ist deutlich formalisierter, strenger und aufwendiger, da hier die Gefahr eines tiefgreifenden Eingriffs in die Grundrechte (z.B. Freiheitsentzug) besteht.
Die unterschiedliche Zuständigkeit zeigt deutlich, dass das Rechtssystem bei einer Straftat von einer viel höheren Bedrohung für die Gesellschaft ausgeht als bei einer Ordnungswidrigkeit.
Handeln mit Vorsatz oder Fahrlässigkeit
In beiden Bereichen – Ordnungswidrigkeit und Straftat – können Taten vorsätzlich (absichtlich) oder fahrlässig (unabsichtlich, aber sorgfaltswidrig) begangen werden.
Vorsatz bei Straftaten: Die meisten Straftaten erfordern Vorsatz. Wer vorsätzlich handelt, begeht eine Tat von höherem Unrechtsgehalt und wird entsprechend härter bestraft.
Fahrlässigkeit bei Straftaten: Auch Fahrlässigkeit kann eine Straftat darstellen (z.B. fahrlässige Körperverletzung), aber die gesetzliche Vorschrift muss dies explizit vorsehen. Die Strafe ist meist milder als beim Vorsatz.
Ordnungswidrigkeiten: Hier genügt Fahrlässigkeit meist schon zur Erfüllung des Tatbestandes, sofern das Gesetz keine vorsätzliche Begehung fordert. Beispielsweise ist das Überfahren einer roten Ampel, ob vorsätzlich oder fahrlässig, in der Regel eine Ordnungswidrigkeit.
Der unterschied zwischen ordnungswidrigkeit und straftat bleibt jedoch bestehen: Die Straftat bedroht elementare Rechtsgüter, während die Ordnungswidrigkeit ein geringeres soziales Fehlverhalten darstellt. Dies manifestiert sich nicht nur in der Höhe der Sanktion, sondern auch in der Intensität, mit der der German Staat die Verfolgung betreibt.
